ABGEBRÜHTe Gäste bisher!

ABGEBRÜHTe Gäste bisher!

Ein illustrer Kreis an gutgelaunten, unterhaltsamen, anregenden Menschen aus der Kleinkunstszene – hier ganz beliebig und wahllos aufgelistet.

Lukas Dystopia

Sunny

Kathrin Sofie F.

Solly Ashkar

Jaromir Konecny

Christoph Theussl

​Michael Schwarzmaier

Sonja Einert

Anna Schmid

Gina Grasy

Michael Sailer

Vero Reiser und Mark Sauer

Flonoton

Titus Waldenfels

Susanne Plassmann

Claudia Pichler

Franziska Wanninger

Jens Rohrer

Angela Jacobi

Silke Oppermann

Pascal Simon

Markus Berg

Michael Bohlmann

Katinka Buddenkotte

Moses Wolff

Volker Keidl

Juston Buße

Bert Uschner

Kerstin Neuhaus

Calippo Schmutz

Katrin Freiburghaus

Lucie Lechner

Meike Harms

Carolin Annuscheit

Skog Ogvann

Frank Klötgen

Verena Richter

Hanni Who

Jay Man

Trulla

Oh Girl

Moni Wagner

Michi Marchner

Die ABGEBRÜHTe Geschichte

Die ABGEBRÜHTe Geschichte

Im Frühjahr 2017 gründeten Christian Schmitz-Linnartz und Martina Pahr eine Lesebühne, die nicht von dem „jungen Gemüse“ der Poetry Slam-Szene dominiert werden sollte. Gerne durfte es älter, gediegener, lebenserfahrener sein.

Ein Ansatz, den Christian schon bei der Premiere torpedierte 😉

Klasse Premiere im „theater … und so fort – gefolgt von einem Wasserschaden bei der Theaterrenovierung (kein kausaler Zusammenhang), der die schöne Lokalität unnutzbar machte.

Danach fand ABGEBRÜHT Unterschlupf im „Kleinen Spiel“, später im „5vor12“, dem Kaffee-Treff der Volxküche in Milbertshofen. Musikerin Bianca Amapola kam ins Team, und Martina verabschiedete sich, weil sie in dem Jahr 7 Monate im Ausland war (auch hier: kein kausaler Zusammenhang!).

Und wieder ein rasanter Wechsel: Christian zog nach Dublin, Martina kam zurück. Im Herbst 2019 bezogen Mary Long und sie ihr neues Zuhause: Das Cafe „Beans and Books“ der Pfennigparade. Die beiden legten den Fokus darauf, Münchens einzige frauenlastige Lesebühne zu sein (mit Quotenmann, natürlich). Es gab eine Menge schöner, lauschiger Vorführungen, die den Gastgeberinnen, Gästen wie auch dem Publikum viel Freude machten.

Und dann kam Corona … und alles wurde wieder anders.

Im Herbst 2020, nach einigen digitalen Vorstellungen, feierte Martina Premiere im wunderschönen großen Saal des Kulturhaus Milbertshofen. Leider stellte es sich auch gleichzeitig als Dernière heraus, als der zweite Lockdown kam. Schade!

Doch ABGEBRÜHT … frisch aufgebrüht ist noch am Leben! Im Herbst 2021 sind weitere Aufführungen angedacht!

gute zeit in disneyworld

gute zeit in disneyworld

aloha, liebe freunde neutraler auszeiten,

ich grüße aus chiang mai, DEM club mediterranee asiens. hier gibt es alles, und zwar in fülle: dieses angebot! diese auswahl! diese annehmlichkeiten modernen globalen lebens – alles unter dem berüchtigten dach aus feinstaub, das sich gerade bildet, weil die bauern im norden ihre felder abbrennen. nicht nur ich kehre der stadt den rücken – voll erstaunen darüber, wie gut mir die letzten zweieinhalb wochen hier gefallen haben. ich bin in einem schicken hotel-appartment im norden der stadt für kaum geld, weil von langzeitmietern abgelöst – weit draußen, was meinen roller rechtfertigt, denn ohne ginge gar nichts.

wenn ich mich durch geschicktes lückenfahren an die spitze einer fahrzeugschlange, die sich vor JEDER ampel bildet, navigiert habe und dann im vorderen drittel des feldes mit den anderen zweirädern losbresche, sowie es grün wird …
wenn ich fröhlich hupe, um dann festzustellen, dass ich die einzige bin, die diese form nonverbaler kommunikation nutzt … wie ich auch die einzige bin, die „blink halt, du hirsch!“ oder „was soll denn das, schnuckl?“ den anderen verkehrsteilnehmern zurufe …
wenn ich eine abbiegung verpasse (weil die route vorher auf google maps studiert, was keine auskünfte über straßenbeschaffenheit und abbiegeverhindernde plastikschranken gibt. oder weil ich glaube, es könnte eine abkürzung sein) und dadurch neue ecken der stadt auf stundenlangen „hier müsste es doch rübergehen“-fahrten erkunde …
wenn ich mir das singen während des fahrens nicht verkneifen kann (dreamers ball, absolutely bill’s mood oder biene maya gerade)…
dann macht mir das einfach sehr viel spaß. kaum vorstellbar, dass ich vor zwei jahren wegen des mörderverkehrs hier nach laos geflüchtet bin!

eine anekdote noch: ich wurde von einem polizisten beim tha pae gate aus dem verkehr gezogen – war darauf vorbereitet, das machen sie mit den farang gerne. hatte natürlich keinen lappen dabei (ich besitze gar keinen internationalen), ABER zückte ohne zu zögern meinen PADI tauchausweis. „bitte dreh ihn nicht um“, dachte ich die ganze zeit, denn während es von vorne durchaus als deutscher ausweis durchgehen könnte, irritieren doch die bunten fische auf der rückseite. der polizist drehte um. gab mir trotzdem das kärtsche wieder zurück und ließ mich weiterfahren. 😀

doch jetzt hatte ich genug „neutrale zone“ und „auf nix mehr emotional einlassen.“ bin frisch gestärkt und etwas vom luxus gelangweilt. noch ein croissant, ein apple cidre, eine pediküre – dann schleppe ich mich und meinen mittlerweile zum besten gefüllten rucksack (ich finde in wirklich jedem land geile schuhe) zu tempeln und stränden.

grüß mir derweil den frühling,
mart
heia safari!

heia safari!

jetzt habe ich endlich tupfenfell gesehen in der wunderwelt des yala nationalparks – sogar zweimal. ich kann gar nicht beschreiben, wie faszinierend das alles ist: unerwartet voller blüten, dominiert vom gesang so vieler vögel, trocken savanne imitierend und dann wieder ein grünes wasserloch voller seerosen, zwischen denen sich ein fotogener elefant samt dekorativ weißen kuhreihern in pose wirft. hitze, langeweile, aufregung! gestern durfte ich sogar den ersten jeep meines lebens über die dreckpiste manövrieren. keine billigen sitze für safari-wiederholungstäter! 😀

und weil ich schon so lange hier war, hab ich auch mitgekriegt, wie die einheimer leben: von der hand in den mund nämlich, während sie zuschauen, wie unsereins nebenher ein abendessen verschlingt, das (ohne getränke) soviel kostet, wie sie – mit glück – an einem tag verdienen. leider nicht jeden tag. jedes lokal, das nicht zu einem hotel gehört, ist bedrückend einfach, um nicht zu sagen wirklich schäbig, mit kahlen wänden, plastikstühlen, zeitungspapier als servietten. kein konsumparadies wie bei uns, sondern auf lebensnotwendigkeiten beschränkt: werbung im fernsehen gibt es fast nur für billige ware wie seife und waschpulver. shampoo kauft man portionsweise für das bad im fluss oder see, das hier ausgiebig zelebriert wird. (ich war auch schon drin, wie sich’s gehört proper angezogen – da die fische immer mit weißbrotresten gefüttert werden und ich in der farbe doch recht ähnlich bin, wurde ich ein paarmal versuchsweise angenagt.)

zu viele menschen versuchen, vom tourismus zu leben – wovon sonst? die leute vor ort werden von investoren aus colombo und umgeschulten farmern aus dem geschäft gedrängt. ende 2018 war der park wegen wassermangel für zwei monate geschlossen; im dezember blieben dann wegen der unsicheren politischen lage die touristen aus. und sowie es anfängt zu regnen, ist das geschäft vorbei. dann heißt es schulden aufnehmen (aktuelle rate der dame im dorf, die onkel dagobert imitiert: 20 %), um essen zu kaufen und die finanzierten jeeps zu bezahlen. man lässt anschreiben, wo es nur geht. und kauft oft genug vom verdienst eine flasche arrak – weil was sonst? (für mich nicht mehr, danke!)  

nach tissa kommen leute für die safari, nur ein oder zwei nächte. das ist ein anderes leben als in touri-orten, wo ein ständiger strom von touristen durchs feld tappst. das meiste geld – ohne große leistung – verdienen diejenigen, die kunden bringen. die meisten touris buchen pauschal vorneweg – die werden dann zu sechst in die „farmer“-jeeps gesetzt, deren fahrer keine ahnung vom dschungel haben, sondern auf anrufe von scouts reagieren, die vom veranstalter fürs ausspähen der leos bezahlt werden. wenn ein chauffeur, der touristen über die schöne insel fährt, denen eine safari vermittelt, verdient er damit eine kommission – und wesentlich mehr als der, der die safari fährt. der markt ist heiß umkämpft. ich habe mitbekommen, dass einer der großen betreiber überlegt, einen konkurrenten, der ihn bei einer agentur preislich unterbietet, auf maffia-art loszuwerden. das ist wohl nicht allzu teuer. (zu mir sind alle zum glück sehr freundlich, bis auf die fische …)

ich frage mich, wie dieses leben so ist. es als „arm, aber glücklich“ zu bezeichnen wäre bitterer zynismus. wenn ich dort bin, wo viele touris sind, lenken cafés und pubs und tralala doch sehr von den realitäten des lebens ab. in diesem wissen erfahre ich die freundlichkeit der leute als ein echtes geschenk. und ich habe schon lang keine solchen kinder mehr gesehen: als babies sind sie zierlich bis filigran, perfekt in ihrer winzigkeit – und fremdeln nicht. niemals. kein einziges mal. sondern lachen und strahlen. als größere kinder sind sie ernst, aber sofort bereit, auf ein lächeln zu reagieren. neugierig, doch zurückhaltend. im alter dazwischen reden sie unbekümmert auf sinhala auf einen ein, weil es ihnen nichts ausmacht, dass man eine andere sprache spricht. 

morgen, übermorgen fahre ich weiter …

mart