Die Höhle

Die Höhle

Eine Höhle wollte ich machen, wenn ich schon mal in Dong Hoi / Vietnam war. Sollte reichen, dachte ich. Höhlen sind wie Bahnhofstoiletten – kennt man eine, kennt man alle. Und riechen tun sie stellenweise auch ganz ähnlich, ich schieb es auf koreanische Touristen, die keine Hemmungen kennen, sich wo sie gehen und stehen zu erleichtern. 

Bin eh kein Höhlenfreund, noch nie gewesen. Aus der Gemeinschaft des Rings wäre ich mich vor den Minen von Moria ausgeklinkt. (Na, wenn ich ehrlich bin, wäre ich schon beim „Tänzelnden Pony“ in Bree hängengeblieben).

Eine Höhle also. Nicht so beeindruckend, dachte ich noch, als ich die vielen Holzstufen runterstieg (nachdem man draußen erst viele Steinstufen hochsteigen musste … so unentschlossen irgendwie).
Und dann bog ich ums Eck und sah mich in Sack und Asche. Paradise Cave im Nationalpark Phong Nha-Ke Bang ist die schönste Höhle, die ich je erlebt habe.

Als hätte ein Kollege von Slartibartfass (Anhalter durch die Galaxis – *remember?) sämtliche Kathedralen, Dome, Tempel und Clubs dieser Welt besichtigt und dann gedacht: „Das top ich doch locker.“ Und ich hab einige Kathedralen auf dieser Welt gesehen (… müssen, mit Kathedralen geht’s mir wie Höhlen. Kennt man eine…)

Betörende Schönheit in Stein, die von der Zeitlosigkeit des Vergänglichen berichtet und Interior-Design-Preise abstaubt. Dezent ausgeleuchtet und atemberaubend, hinreißend, überwältigend.

Am Tag danach dann Muskelkater, vom Stufensteigen.

Hochzeit in Hoi An!

Hochzeit in Hoi An!

Phuong (Nguyen mit Nachnamen, wie 40 % aller Vietames*innen!!), die Betreiberin eines kleinen Massagesalons in Hoi An, wurde nach meinem letzten Vietnam-Aufenthalt Anfang des Jahres meine Facebook-Freundin – obwohl oder gerade weil mein Vietnamesisch nichtexistent und ihr Englisch recht bescheiden ist. Irgendwann im Sommer schrieb sie, ob ich denn zu ihrer Hochzeit kommen würde. Glückwunsch, du hast dich verlobt?, schrieb ich – und sie antwortete mit einem mona-lisa-haften „not yet“.

Sie arbeitete schnell. Am 3. November war’s soweit. Phuong hatte vorgeschlagen, sich Freitagabend zu treffen – ich war überrascht, sollte doch Samstag der große Tag sein, und kam hoffnungslos underdressed mit dem Moped an (aber wenigstens noch ohne Sonnenbrand) . Großes Erstaunen, als ich feststellte, dass hier der Rarty erster Teil stattfinden sollte, die Feier für Braut & Anhang, 270 Gäste, ein Moderator auf der Bühne, der durch den Abend führte, und eine erkältete Exotin (ich). Die Damen an meinem Tisch kannte ich noch von diversen Fußmassagen her. Phuong erkannte ich in weiß aufgebretzelt kaum wieder – hier der direkte Vergleich:

Die Stimmung: ausgelassen. Die Leute konzentrierten sich sinnvollerweise auf das Essen, statt sich vom Treiben auf der Bühne ablenken zu lassen – als da wären das Befüllen einer Sektschalen-Pyramide und das vorgetäuschte Anschneiden einer ganz offensichtlich textilen Torte (ich tippe auf Plüsch).  Während das Brautpaar, von einem Fotografen verfolgt, sich den ganzen Abend lang von Tisch zu Tisch quälte, um sich dort mit den jeweiligen Tischsitzern fotografieren zu lassen,  hielten diverse Verwandte, begleitet von einem enthusiastischen Keyboard, das Publikum mit Karaoke in Schach. Das mag ich an den Vietnames*innen: Die bei uns vorherrschende Scheu, sich zum Narren zu machen, kennen sie nicht.

Dann ein Déjà-vu am Samstagmittag: andere Lokation für die 300 Leute des Bräutigams, neues Kleid für die Braut, identisches Programm bis hin zur Menüfolge. (Habe leider mangels Sprachkenntnissen nicht in Erfahrung bringen können, ob das Tradition, ein Versehen oder eine Absprache aus Gründen des verwandtschaftlichen Mitbewerbs war). Ich stäbelte gelegentlich eine Karottenrose vom Teller, wenn dessen Inhalt allzu fleischlastig war, und versuchte vergeblich, die Leute daran zu hindern, mir Eiswürfel ins Bier zu werfen (eine Service-leistung des Servierpersonals, kein Party-Gag).

Sehr nett finde ich, dass hier auch die Eltern mit auf die Bühne gebeten werden, wo sie dann äußerst unbehaglich aussehend herumstehen und wünschen, kinderlos geblieben zu sein. 

Auch hier war nach zwei Stunden alles vorbei. Mögen sie eine lange, glückliche Ehe haben!

Mein Traumberuf

Mein Traumberuf

Ich hatte schon immer ein schlechtes Gedächtnis – jedenfalls soweit ich mich erinnern kann. Ständig laufe ich daheim zwischen den Zimmern hin und her, weil ich aus irgendeinem irgendwas holen wollte und nicht mehr weiß, was aus welchem. Das erinnert an das Spiel Cluedo: Den Schraubenzieher aus dem Bad? Den Amboss aus der Küche? Die Leiche, in Teppich gerollt, aus dem Wohnzimmer? Nie erwische ich beim Einkaufen das, weswegen ich eigentlich in den Laden gegangen bin, dafür stapeln sich daheim die Gläser mit Tahin. Ich greife wohl immer dann, wenn ich nicht weiterweiß, zu Sesammus. Einmal hab ich mir ein Buch zweimal gekauft, weil mich der Titel ansprach, was zeigt, dass ich konsequent im Geschmack bin. Und wenn ich einen guten Krimi habe, dann kann ich den in einem gewissen zeitlichen Abstand, der immer kleiner wird, zweimal ohne Spannungsverlust lesen, weil ich keine Ahnung mehr habe, wer das erste Mal der Mörder war. Das ist konsumtechnisch gesehen ein geldwerter Vorteil, aber in jedem anderen Bereich meines Lebens wirklich mies. Vor allem, weil es mir den Zugang zu meinem Traumjob verwehrt. Als Krimi-Fan wäre ich so gern eine Detektivin. Allerdings wird mein schlechtes Gedächtnis halt nur noch von meiner legendär miesen Beobachtungsgabe getrumpft. Ich seh mich schon, wie ich meinen Sidekick vor einer Vernehmung frage: „Äh, Watson, dieser Typ da – haben wir mit dem eigentlich schon mal gesprochen? Wer ist das überhaupt?“ Und dann erfahre ich, dass das der Tatverdächtige ist, der sich seit dem letzten Treffen in einem Akt diabolischer Täuschung den Schnäuzer rasiert hat. Watson würde sich noch zwei Tage hinterher darüber lustig machen. Natürlich könnte ich diese Herausforderungen mit meinen Soft Skills ausgleichen. Aber ob Leichtgläubigkeit einer der härteren Soft Skills ist? Denn ich bin wirklich grenzwertig leichtgläubig. Karmatechnisch ein echtes Geschenk, im rauen Berufsalltag allerdings kein Vorteil. „Aber Watson“, höre ich mich sagen, „die Frau kann es gar nicht gewesen sein. Sie hat jetzt schon ein paarmal gesagt, dass sie es nicht war. Und sie hat so ein ehrliches Gesicht.“ „Lass die Bäckereiverkäuferin in Ruhe“, knurrt dann Watson, „die hat mit unserem Fall gar nichts zu tun.“ Dabei wäre es echt so langsam mal an der Zeit für einen neuen Typ Detektiv. Es wurde ja alles Denkbare schon xmal verbraten: Die toughen Karrierefrauen, die tagsüber alleinerziehende Mutter sind und nachts in einer Bar singen. Die Versager mit Suchtproblemen, die praktischerweise beim Drogendezernat arbeiten. Die lässigen Dudes, gern gepaart mit peniblen Paragrapenreitern. Die frisch Geschiedenen, die unrealistisch viel Action haben, meistens mit Verdächtigen. (Bei einigen Krimis hab sogar ich inzwischen gespannt, dass der erste Kerl, den die Protagonistin poppt, der Mörder ist, gell, Charlotte Link). Die Unkonventionellen, deren Vorgesetzter immer wieder ein Auge zudrückt (das gute Auge, das andere haben sie im Einsatz verloren). Autisten. Fengshui-Meister. Verstorbene. Hunde, Katzen, Hamster. Alles schon dagewesen. Warum also nicht eine… nennen wir sie mal: Anti-Marple? Wo unser aller Held Columbo die Leute dahingehend täuschte, dass er ein harmloser Trottel sei, obwohl in Wahrheit scharf wie eine Nagelfeile, würde ich sie täuschen, weil sie nicht glauben könnten, dass eine Detektivin tatsächlich so naiv wäre. Ich wäre absolut vertrauenswürdig, weil ich mir eh nichts merken kann von dem, was man mir anvertraut. Die „Persons of interest“ würde ich bitten, Namensschilder zu tragen, damit ich sie auseinanderhalten und zuordnen kann: „Horst, du kriegst jetzt einen blauen Button, du ist ein Level unter Hauptverdächtiger gerutscht, Glückwunsch.“ Oder ich würde ganz entzückt jubeln: „Das ist doch die Tatwaffe!“ – und Watson würde dann sagen: „Das ist ein Brieföffner. Die Tatwaffe war ein Teppich, mit dem das Opfer erstickt wurde.“ Und dann würde er mir ein weiteres Beweisstück aus der Hand schlagen, von dem ich gerade das Blut mit einem Sagrotantüchlein abwischen würde, um es näher betrachten zu können. Watson wäre ziemlich gemein zu mir, fällt mir da auf. Er sollte lieber ein junger Bodybuilder sein, der die Leute damit täuschen würde, dass er den Vorurteilen gegenüber jungen Bodybuildern voll entspräche. Sein Runnig Gag wäre, dass er immer auf Gourmet-Niveau kocht, wenn der Plot mal hängt, aber nie die Kalorienbomben selbst ißt, weil Fitness und Figur. Mein Leitmotiv wäre, dass ich immer meine Tasche irgendwo liegenlassen würde. Das wäre witzig, weil ich zwar ein schlechtes Gedächtnis habe, aber nicht im klassischen Sinn vergesslich bin. Ich kann mir halt nur schlecht was merken. Und beim Zurückgehen, um die Tasche zu holen, würde ich Beobachtungen machen, die so offensichtlich wären, dass selbst ich sie nicht ignorieren könnte. Zum Beispiel würde Horst, der Täter, sagen: „Zum Glück ist die Alte weg, ohne dass sie rausgekriegt hat, dass ich der Mörder bin.“ Und Watson würde Horst wie eine Hantel auf die Polizeiwache tragen und hinterher dann was Leckeres kochen. Mit Sesammus. Das wäre ein guter Job.
Verant_WORT_ung!

Verant_WORT_ung!

Am Anfang war das Wort – und seither sind noch ein paar dazugekommen.

Sie sind inflationär in ihrer Fülle. Wir haben so viel davon, dass wir den Russen „Butterbrot“ abgeben können, den Angelsachsen „angst“ und den Franzosen „le heimweh.“ Allein dieser Blog hat mehr Worte, als du je brauchen wirst, um wortgewandt durch’s Leben zu gehen. Und doch gibt es einige Wörter, die fehlen. Wenn man nicht mehr hungrig ist, ist man satt – doch wie heißt die Entsprechung beim Durst?

„Rettet dem Dativ“ hat als grammatikalpolitische Aufforderung jegliche Brisanz eingebüßt, und der Werbung gelingt es, durch schamlose Verbalkosmetik aus jedem Eimer ein „traditionell multifunktionales, beidhändig zu bedienendes Transport-und Aufbewahrungs-Kombigefäß in klassisch-minimalistischem Design“ zu machen.

Verben stehen aktuell weit oben in der Worthierarchie – den Hauptwörtern in der Pole-Position dicht auf den Fersen. Adjektive dagegen haben müssen ihr klägliches Dasein in der Halbwelt von Werbung und Groschenromanen fristen. Dass manche Wortgruppen stilistisch völlig diskriminiert werden, musste ich neulich selbst erfahren, als ich meinem Lektor in einem Vorwort-Lokal traf. Da der wortgewaltige Mann mich eingeladen hatte, um ein ernstes Wort mit mir zu reden, befand ich mich nicht gerade in freudiger Erwortung.

Er ging auch gleich in medias wort: „Du musst verantwortlicher bei der Wortwahl sein. Dein Gebrauch von maßlos vielen Adjektiven ist ohnehin bedenklich – aber diese Menge an Adverbien, das geht zu wort!“

Ich schwieg beleidigt und löffelte nervös meine Buchstabensuppe. Das Radio sang monoton: „Bitte gib mir nur ein Wort!“, während der Kellner versehentlich ein zweisprachiges Menü fallen ließ. Im Aquarium die einzigen Wesen, die nicht viel Worte machten. Dann fragte ich etwas barsch: „Soll ich mich vielleicht vorsorglich gegen Adverbien impfen lassen?“

„Gib dir etwas Mühe, dann wort das schon“, antwortete er. „Kommt Zeit kommt Wort, wie es so schön heißt.“

„Worte sind geladene Pistolen, sagt Sartre“, sagte ich.

„Worte sind Taschen, in die bald dies, bald jenes, bald mehreres auf einmal hingesteckt worden ist. Sagt Nietzsche“, sagte er.

„Der Irrtum wiederholt sich immerfort in der Tat, deswegen muss man das Wahre unermüdlich in Worten wiederholen“, parierte ich mit Goethe.

„Doch nur, wo Worte selten, haben sie Gewicht“, versetzte er mir einen Shakespeare-Hieb.

Da mir die WordsApp auf dem Smartphone nicht weiterhalf, ging ich, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Ich hatte noch einen Termin in der Vogelworte der kleinen Wortschaft. Die Adverbien würde ich (schmerzlich) vermissen.

Woanders ist alles … anders

Woanders ist alles … anders

Wenn man bei einer indischen Familie eingeladen ist, wird der gemütliche Teil (auf dem Sofa sitzen, plaudern und trinken) bereits vor dem Abendessen erledigt, während man sich danach recht zügig verabschiedet. Wer das nicht weiß, ist schon mit Knabbereien voll und leicht angetrunken, bevor die Schlemmerei beginnt. Trotz „Bitte nicht stören“-Schild an der Hoteltür betritt ein Page das Zimmer immer synchron zum Anklopfen (Also schloss ich ab – woraufhin der sich sicher dachte, dass alle Westler paranoid sind.)

Die Inder, die nachts um zwei lautstark Karten spielten, wollen einem nichts Böses – aber sie verstehen schlicht nicht, was das Problem ist und wieso sie die Tür ihres stickigen Hotelzimmers zumachen sollten. In Australien werden Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, am Montag nachgeholt. Ein Wechsel der beruflichen Laufbahn mittendrin ist in Neuseeland keine Ausnahme, sondern gern akzeptierte Regel. Hier erwartet man auf die Frage nach dem Wohlbefinden tatsächlich eine ausführliche Antwort. Die herzensguten Kiwi, die Autofahren wie die Henker, verursachen unwillentlich viel Blechschäden, weil sie, wenn sie einem Leihauto dicht auffahren, damit vermitteln wollen: Lass mich überholen. Während der gehetzte Tourist meint, dies bedeute, er solle ordentlich Gas geben.

In Polen ist es weder Übergriff noch Liebesbezeugung, wenn ein Mann einer Frau die Hand küsst. Dagegen stellt es den Gipfel an Unhöflichkeit dar, wenn ein Gast pünktlich zum Abendessen auftaucht und damit die Gastgeber völlig kalt erwischt. In der Ukraine wird ein Gast, auch wenn sein Bauch vor Hunger knurrt, die Aufforderung zum Essen ablehnen und behaupten, er sei pumperlsatt. Erst nach zwei Dutzend Nötigungen ist es akzeptabel, zuzugreifen. Deshalb hat eine ukrainische Freundin einmal ein Wochenende lang in Berlin gehungert, weil ihre Gastgeber die Nachfrage „Bist du sicher, dass du nichts essen möchtest?“ nur zwei- oder dreimal wiederholt haben. Wer seinem Gast in Lateinamerika den Wein mit der linken Hand einschenkt, beleidigt ihn.

In den USA unterhält man sich immer freundlich mit dem Service-Personal. Wer diesen Smalltalk herablassend als oberflächlich verurteilt, was wir Europäer gerne tun, vergisst dabei, dass man mit der grantigen Verkäuferin daheim auch nicht unbedingt über Nietzsche diskutiert. Einmal hatte ich keine Lust, in Arizona die Fragen eines distanzlosen Neugierigen zu beantworten. Er vermutete daraufhin, dass ich Französin sei. Das hat mir gefallen, und ich habe es nicht korrigiert. (Ich arbeite gern am schlechten Ruf von Menschen, die Frösche essen. (-;)

Da wundert man sich doch auch nicht über eine Gesetzgebung, die woanders anders ist! 

In Helena im US-Staat Montana darf eine Frau nur dann in einer Bar auf dem Tisch tanzen, wenn sie mindestens drei Pfund zwei Unzen (ca. 1400 gr.) Bekleidung auf dem Leib trägt. In Alaska ist es verboten, einen lebenden Elch aus einem Flugzeug zu stoßen oder ihn betrunken machen. In Kanada darf man ein Flugzeug während des Fluges nicht verlassen, egal, ob Mensch oder Elch. In New York müssen Selbstmörder, die vom Dach eines Gebäudes springen, mit der Todesstrafe rechnen. In Massachusetts ist bei einem Duell eine Wasserpistole als Waffe der Wahl untersagt, und in Uruguay ist ein Duell nur dann erlaubt, wenn beide Duellanten Blutspender sind. In Frankreich ist es verboten, ein Schwein „Napoleon“ zu nennen. Im Jahr 2000 wurde übrigens in der Gemeinde Le Lavandou das Sterben verboten, weil der Friedhof überfüllt war.

In Oklahoma regelt das Gesetz, dass man nicht vom Hamburger eines Fremden abbeißt, in Connecticut muss eine Gewürzgurke hüpfen können, damit sie als Gewürzgurke anerkannt wird, und in Kalifornien ist es illegal, auf dem Friedhof Gemüse anzubauen. In Großbritannien ist es verboten, betrunken zu reiten, ganz gleich, ob auf Pferden oder Kühen. In Australien ist Sex mit einem Känguru nur dann erlaubt, wenn man betrunken ist. Kinder dürfen dort übrigens Zigaretten rauchen, aber nicht kaufen. In Israel ist es illegal für einen Mann mit dem Namen Cohen, eine geschiedene Frau zu heiraten. In Estland ist es verboten, Schach zu spielen, während man Sex hat. In Ungarn ist es verboten, das Licht währenddessen anzulassen, und in Brasilien gibt es per Verordnung sogar ein „Recht auf sexuelle Erfüllung“. In England dürfen Mitglieder des Parlaments dasselbe nicht in einer Rüstung betreten. In der Schweiz ist es illegal, eine Autotür zuzuknallen. In Deutschland darf man nackt im Auto fahren, aber nicht nackt aus einem Auto aussteigen.

Und das Allerbeste: In Italien ist es verboten, öffentlich zu fluchen.

Dr. Roman Leuthner, Alexandra Leuthner: „Die blödesten Gesetze der Welt“, Bassermann Verlag 2017