Ein klein wenig Herz …

Ein klein wenig Herz …

… bleibt immer unterwegs hängen, liebe Freunde sentimentaler Abschiede. Heute, wenige Stunden vor Aufbruch, ist das Meer so ruhig, wie ich es hier noch nie gesehen habe. Ungefähr 4 -5 Abschiede hab ich gefeiert, im kleinen wie auch großen Rahmen, und jedesmal war ich schon auch traurig. 🙁

Dann kaufe ich immer Souvenirs, um mich mit der Energie des Hierseins zu verbinden und auch ein wenig davon mit nach Hause zu nehmen und zu bringen. Das sprengt das Gepäck und das Budget … aber ich kann nicht anders.

Nicht immer lerne ich so viele Menschen so gut kennen wie in den zwei Monaten hier, wo das Leben so einfach ist (und ich so lange am Stück war)! Morgens (sehr früh, mir reichen hier 5 – 6 Stunden Schlaf!) bin ich aus dem Haus – manchmal ins müffelnde Yoga, manchmal an den Strand, manchmal gleich zum Arbeiten. Mittags hab ich hier oder da gegessen, zwischendrin Massagen eingeworfen und drei mal die Woche je 4 Stunden im Laden ehrenamtlich mitgearbeitet. Und viel erledigt gekriegt in sechs Arbeitstagen jeweils, bin auf der energetischen Welle des fokussierten Schaffens im Coworking Space mitgeschwommen. (So viel arbeite ich daheim eigentlich nie… *hüstel*)

Und abends dann, nach Ladendienst, Essen oder Pub oder Live Musik, wieder nach Hause zurück. Living is so easy, wenn man sich im Grunde für nichts extra umziehen oder Jacken einpacken muss, sondern so, wie es einem in den Sinn kommt, auf das Moped springen kann, wo der Helm schon auf einen wartet, und einfach los düst. Das wird daheim sehr anders werden.

Das Touri-T-Shirt kriege ich diesmal nicht – war nicht im Norden, hab es ja noch nicht mal nach Hue geschafft (3 Stunden entfernt), sogar nicht mal die halbe Stunde nach Da Nang, wo ich von der Managerin des Restaurants im Hyatt zum Lunch eingeladen war. Aber ich wollte einfach hierbleiben – und mir auch etwas von diesem schönen, sanften und dabei so starken Land aufbewahren für den nächsten Besuch.

Ich habe die Leute hier sehr ins Herz geschlossen. Habe das Chaos auf den Straßen verflucht und ihre Gelassenheit bewundert – und fast noch mehr die Freundlichkeit, sogar Herzlichkeit, mit der sie einem begegnen, ungeachtet dessen, dass es unendlich schlaucht, wie ich weiß, permanent zu dummen Touristen (wie ich einer bin) freundlich zu sein – auch zu den unhöflichen (wie ich keiner bin, lege immer Wert auf gute Umgangsformen, wenn ich im Ausland unterwegs bin. Daheim ja eher weniger (-;)

Mein Herz quillt gerade so über wie mein Rucksack (WAS hab ich mir dabei gedacht???). Ich werde meinen Arbeitsweg durch die Reisfelder vermissen, meinen Home Stay zwischen Gemüsebeeten, die Leichtigkeit, mit der man unterwegs den Leuten sehr nahe kommen kann, die unendlich entspannenden Massagen und die schwüle Hitze des Tages.

Gestern hab ich mit rund 15 Leuten im Soul Kitchen am Strand Abschied gefeiert. Als ich das erste Mal vor vielleicht 7 Wochen hier war, hat mir ein junger Kellner mit Benzin ausgeholfen. Nam, der auch auf der Gemüseinsel wohnte, wie sich herausstellte. Er wies mein Trinkgeld entrüstet ab: „We do it to help you, not for money.“ Drei Wochen später sah ich ihn wieder, er begrüßte mich mit Namen. Gestern Abend war er nicht da, weil Frühschicht, und seine Kollegen riefen ihn an, damit er vorbeikommen und sich von mir verabschieden konnte. Was er auch tat.

So sind die Leute hier …

Ach, ich bin traurig. Dann werde ich immer ganz unwirsch zum Ausgleich – das, oder ich hänge wie ein nasser Sack in den Seilen. Zum Glück werde ich mich in Saigon über den Verkehr und die Abzocke und den Ballermann-Lärm ausreichend ärgern, so dass mir der Rückflug doch etwas leichter fallen wird (so der Plan).

Immer wieder sonntags

Immer wieder sonntags

seit hier Neujahr ist, hat sich eine seltsame Sonntags-Stimmung über den Ort gelegt. Überall erklingt Karaoke, und ohne die Originallieder zu kennen, glaube ich NICHT, dass die so klingen sollten. (Oder dürften.)

Heute morgen viertel vor sieben war ich tatsächlich beim Yoga. Gestern hab ich’s nicht geschafft, weil ein Fahrradschloß am Tor meines Homestays hing. (Später erfuhr ich, dass es nicht abgeschlossen war, sondern nur so aussah). Am Nachmittag war ich zum zweitem Mal ERFOLGLOS am Strand, weil es so windig war, dass ich, selbst wenn ich mich ins hochwellige Wasser getraut hätte (keiner sonst), mich sicher wieder beim Rauskommen erkältet hätte. Ich nehme das jetzt persönlich: F*** you, beach!

Morgen gehe ich mit dem alten Schweden und zwei Kollegen aus dem Coworking Space (und dem UK) in den Escape Room. Da ist man in einem Raum eingeschlossen und hat eine Stunde Zeit, Rätsel zu lösen, um wieder rauszukommen. Nach meiner Torschloss-Blamage vom Vortag halte ich es für angebracht, Leute dorthin mitzunehmen, denen ich nachher die Schuld geben kann, wenn wir es nicht in der Zeit schaffen. 😉

Gestern hab ich am Strand wieder etwas gekauft. Ich mag die Verkäuferinnen – sehen so zierlich und schmal aus, aber versuch mal, einen der Körbe anzuheben, die sie ständig mit sich rumschleppen!!! Du wirst diese Frauen nicht beim Armdrücken schlagen, das sag ich dir. Die meisten sprechen ganz erstaunlich gutes Englisch, einfach aus Gesprächen mit Touris gelernt, und erzählen, dass sie morgens im Reisfeld daheim arbeiten (was sie nicht gern tun, eine Sauarbeit) und am Nachmittag ein paar Stunden lang verkaufen. Die meisten hier haben zwei oder drei Jobs nebenher am Laufen. Wirklich zähe, starke Leute, diese Vietnamesen, die übrigens noch keinen Krieg verloren haben, in den sie verwickelt waren. (Denk daran, bevor du sie zum Armdrücken herausforderst!)

Und gelassen sind sie (sie daddeln sogar gelassen auf ihren Smartphones, WÄHREND SIE MOPED FAHREN!). Alles in allem gute Leute. Mit schlechter Musik. Und ich hab die Ohrstöpsel ausgerechnet heute nicht dabei. Nächsten Samstag werd ich mich dafür rächen. Da machen die Mädels aus dem Laden Karaoke mit mir. 🙂

Von Bienchen, Blümchen und Beachlife

Von Bienchen, Blümchen und Beachlife

nun war ich ja zwei Tage länger als geplant auf der Insel (erstmals im Leben bei der Buchung gepennt – was müssen auch gleich zwei Monate hintereinander den 11. an einem Sonntag haben…).

War aber rundum schön, deeply relaxing und arbeitsfrei, und ich hab mir viele Strände gegeben: Strände in lauschigen Buchten, Strände mit vielen Kindern, Strände ohne Strand, dafür gutem Lokal, Strände ohne Meer, da Gezeiten, Strände mit unendlich vielen Seesternen, einsame Strände, Strände, die nur über extreme Dreckstraßen zugänglich sind, Strände mit Baustellen …

Ja, bauen tun sie auf Phu Quoc wie die Weltmeister. Die Leute vom Festland sagen, dass man jetzt auf die Insel sollte, weil es dort bald nicht mehr schön sein wird, wenn sich überall die großen Ressorts überall breitmachen. Nicht jeder steigt ja in einem so urigen Backpacker-Hafen ab wie dem „Birdhouse“. Dessen Besitzer haben es selbst entworfen, da beide Architekten in Saigon, die Frau hatte sogar ein Angebot von einer Uni – jetzt hat sie statt Dozentenkarriere kaum Schlaf, kocht und bewirtet und checkt ein, beantwortet unendlich all die nöligen Fragen der Gäste (meine), gibt Decken, wenn sie nachts frösteln (wieder ich), organisiert Mopeds und Taxis …. Und warum? Weil sie nicht mag, dass ihre beiden Jungs in der Großstadt aufwachsen müssen.

Zwischen den Stränden ist alles grün, wuchert und üppt. Habe die erste (noch dazu sehr nachhaltige) Bienenfarm der Insel, eine honigliche Oase, besucht und bedauert, dass Honig (garlic infused! sesame infused! tumeric infused! ginger infused!…) im Glas einfach ein zu schweres Souvenir ist. Dafür arbeitet dort eine junge vietnamesische Yogalehrerin, die nebenher jeden Tag eine Stunde schreibt. Sie bewertete die Begegnung mit mir als Inspiration (gab ihr den guten Tipp, einfach so weiterzumachen – bin ein Füllhorn der guten Ratschläge (-; )

In diesen Genuss kam auch ein Däne, der etliche Jahre lang in Myanmar undercover als Video-Journalist Material für eine Doku gesammelt (Burma VJ) und jetzt ein Buch mit Betrachtungen dazu geschrieben hat, das ich so gern lesen würde, wenn ich denn könnte. Ein intelligenter und interessanter Mann ohne Haare, dafür mit Humor. Er hat mir die Story mit der Fischsauce erzählt: Als einem Fluggast vor Jahren eine Flasche im Handgepäck zerbrochen ist UND SIE DARAUF DEN GANZEN FLIEGER NICHT MEHR BENUTZEN KONNTEN! Deshalb haben sie mir meine beiden Mini-Fläschchen auch abgenommen beim Security-Check.

Hab in der Zeit sogar eine Stammbar und ein neues Spiel gewonnen, dank einer intelligenten und interessanten Frau (blond), die ich am Strand kennenlernte, als sie mir den Buckel einschmierte. Da gab es einige vergnügliche Abende in der Sunrise Bar (sehr witzig, fand ich, denn der Strand geht nach Westen! (-;) – und sogar einen ganz magischen, wo einfach alles stimmte: Musik – Ambiente – Gesellschaft – gemeinschaftliches bewusstseinserweiterndes Erleben. Und hinterher konnte ich sogar noch nach Hause fahren (wo sie um 10 immer das Gate abschlossen, so dass ich immer klingeln musste… kam mir vor wie in der Jugendherberge…).

Jetzt bin ich wieder hier und kremple die Ärmel hoch. Morgen ist Neujahr (nach dem Mondkalender), das wichtigste Fest des Jahres (Weihnachten, Ostern und sämtliche Geburtstage zusammen) , deshalb ist die ganze Stadt ein Meer aus gelben und orangenen Blüten und völlig durchgedrehten locals. Kumquatbäumchen werden zu diesem Anlass verschenkt, gern auch wie Christbäume geschmückt. Die Leute kaufen wie die Verrückten ein, denn über tet wird ja massiv für die Großfamilie aufgekocht, während fast alle Lokale und Läden für 3 – 6 Tage zu haben. Zu tet besuchen alle, denen es irgendwie möglich ist, ihre Eltern, das ist ein absolutes Muss. Die einzige Zeit im Jahr, wo die überaus fleißigen Vietnamesen mal nicht Arbeiten … und eine zweite Chance für die guten Vorsätze!!

Fu was?

Fu was?

Quoc, liebe Freunde. Phu Quoc.

Das ist die eine Insel im Süden (und auch Westen – im Golf von Thailand), die die Vietnamesen haben und mit der sie mächtig angeben. Weil da die beste Fischsoße überhaupt hergestellt wird. Wenn man denn Fischsoße mag. (Das ist ein bisschen wie mit Marmite und den Engländern / Australiern. Keiner außerhalb der Herstellerländer kann damit etwas anfangen.)

… und weil natürlich die Wasser türkis, die Strände weiß und das Wetter so herrlich ist.

Da trag ich morgen meinen Schnupfen hin und spüle mir die Sinus (Plural, nicht wundern) beim Schnorcheln mit Salzwasser! Wenn ich in einer Woche wiederkomm, bin ich zum einen wieder erkältungsfrei, zum anderen ist das Wetter hier warm und sonnig. Dann kann ich allen verkaufen, dass ich die Sonne mitgebracht habe. 🙂

Gerade überlege ich, den Laptop nicht mitzunehmen. Das wäre natürlich das ultimative Abenteuer. Wir waren noch nie länger als zwei Tage voneinander getrennt. Aber ein wenig Urlaub vom Arbeitsaufenthalt (6 Tage die Woche hier im Coworking Space, und zwar nicht nur, um Kaffee zu trinken und mit Kollegen zu plaudern) könnt ja nicht schaden.

(Ich seh mich schon kreischend über die Insel hüpfen und andereren Touristen ihre Laptops entreißen. Auweia. Ihr werdet davon sicher in den Nachrichten erfahren.)

Googelt Bilder von der Insel nur, wenn ihr innerlich ganz stark seid. Ansonsten denkt an die Fischsoße. Das riecht sicher ganz widerlich dort.

Fußball, Regen und Lebenserwartung

Fußball, Regen und Lebenserwartung

Zu den Fans der Fußball-Finalen gehöre ich ja nun so gar nicht dazu, aber das ganze Land hier vibrierte beim Finale der Fußballasienmeisterschaft (ist das ein Ding in Europa?). Leider umsonst, trotzdem gute Laune. Hab es mir grade noch so verkneifen können, ein rotes T-Shirt mit gelbem Stern zu kaufen.

Dafür habe ich eine Yoga-12er-Karte gekauft. Mit 15 % Ermäßigung, die ich bekomme, weil ich einen Monatspass für den hiesigen Coworking Space habe. Den ich bei einer silent auction beim Hoi An Social Club für schlappe 1 Mio Dong (statt 4 Mios) ersteigert habe. (Hat sicher geholfen, dass ich mich bedrohlich guckend neben der ausliegenden Liste positioniert hatte.) Zusammen mit meinem Ehrenamt bei der Life Start Foundation (wo ich die Rolle eines Maskottchens einnehme, glaube ich) und meiner „loyalty card“ beim Dingo Deli hab ich hier jede Menge Anker gesetzt. War schon bei zwei Familienfesten eingeladen. Da setzt man sich mit Stäbchen bewaffnet an einen großen Tisch voll Essen und stäbelt sich aus jeder Schüssel das, was man will. Wenn man rundum genudelt ist, darf man dann wieder gehen. Ich find das ganz entspannt!

Bin mittlerweile schon richtig heimisch geworden. Freu mich immer wie ein Schnitzel, wenn ich (Born to be wild singend) auf dem Moped die Reisfelder entlang pflüge und auf ein „Danke“ der Einheimer mit einem neckischen „Da nicht für“ auf vietnamesisch kontern kann. Die Leute kennen mich auch schon (das merke ich daran, wie sie bei meinem Auftauchen gekonnt zur Seite springen (-;), und ich bin soweit, ihre Art des Fahrens nicht mehr als chaotisch, sondern als angenehm zu empfinden (wobei ich bezweifele, dass sie das umgekehrt auch so sehen).

So erfährt man dann auch, was der Reiseführer verschweigt – etwa, dass die Lebenserwartung in den vergangenen Jahren auffallend gesunken ist, was die Leute auf die minderwertigen chinesischen Nahrungsmittel, die aktuell den Markt fluten, zurückführen. Auch das angeblich organische Gemüse hier auf der Gemüseinsel wird gespritzt, was nur geht. Ich weiß aus Chiang Mai, dass wohlhabende Chinesen Dinge wie Milchpulver für ihre Babies im Ausland einkaufen und sich schicken lassen. China ist schon mehr als fragwürdig, was das Ganze angeht.

Die Vietnamesen sind aber hart im Nehmen, immer schon gewesen. Trotzdem so liebenswürdig: sie tätschelm einem gern Arm oder Rücken, wenn sie mit einem reden oder sich verabschieden. Die Kinder fremdeln nicht, sondern plappern gern fremdländisch auf mich ein. Die lokalen Hunde sind entsprechend: intelligent, bildschön und auch liebenswürdig. Wenn sie nicht gerade nachts gemeinsam bellen, weil grad nichts im Fernsehen kommt.

Wermutstropfen ist das Wetter: Bewölkt, zu regnerisch und zu kühl für die Jahreszeit. Was nicht schimmelt, rostet (meine Sicherheitsnadel in der Jacke!!) – und das soll noch die kommenden drei Wochen (geplante Aufenthaltsdauer hier) so bleiben. Der Strand ist nur zum Gucken gut, da das Meer tobt und tost –  badeseegroßen Pfützen auf meinem Weg zur Arbeit – und die letzten beiden Tage war ich prompt erkältet. Weiß ja nicht, was für Medikamente ich da (einzeln) in der Apotheke geholt habe, aber es geht mir heute schon viel besser. (sie fragen immer: medicin or flower – mensch, bis ich kapiert habe, dass sie damit meinen: allopathisch oder pflanzlich? …)

Soll ich tatsächlich meine Zelte hier abbrechen und auf die Insel im Süden fliegen (Phu Coq)? Dabei wissen wir alle, was das Strandleben aus mir macht: einen unmotivierten, unproduktiven Sonnenbrandling (wahlweise Käseweißling). Aber jedesmal denke ich, dieses Mal könnte es anders sein. Und ich hab meine Schnorchelmaske  ja nicht für die Regenpfützen mitgenommen.

Und die Akustik erst!

Und die Akustik erst!

Ich kann inzwischen mit einem neckischen „Doy An Chai“ kommunizieren, dass ich lieber kein Fleisch essen würde. Meine Frage nach dem Namen verstehen die Einheimer aber erst nach drei- oder viermaliger Nachfrage. Ich glaube, bei meiner originellen Betonung (sauschweres Phonemintentar!) erschließen sie das eh nur aus dem Kontext.

Apropos Kommunikation: Mit der Maus, die jede Nacht meckernd in meine Zimmer kommt, habe ich jetzt auch ein Understanding. Sie weckt mich mit ihrem Schnattern, ich mache das Licht an und schimpfe mit ihr, sie zieht beleidigt wieder ab. Seit ich mit Ohrstöpseln schlafe, hör ich sie nicht mehr. Witzigerweise kommen da die Inhalte von zwei Artikeln, die ich unlängst geschrieben habe, zum Tragen: Tierkommunikation und Träumen.

Apropos Stricken: Neulich hab ich einen Gecko traumatisiert. Hörte noch beim ums-Eck-gehen ein PLOPP, das mir hätte verraten können, dass der Kleine von der Decke gefallen war (passiert den besten von ihnen). Dann spürte ich auch schon seinen elastischen Körper unter der Sohle. Zum Glück geriet er unter meinen Spann, so dass er sich nach dieser Erfahrung unbeschadet davonmachen konnte. Ich frage mich, ob – und wie – sich dadurch sein Weltbild verändert hat. (und freue mich, dass ich keine Plattfüße habe. Sonst würde jetzt Gecko-Blut an mir kleben! *iiih*)

Apropos Weltbild: Ich habe hier inzwischen einen Job mit echten Kollegen!!! Stehe auf ehrenamtlicher Basis im Laden einer tollen Organisation und rede mit Touristen. Meine jahrelange Erfahrung als Reiseleiterin kommt mir da zugute: einschüchtern und anmaulen. (Meinen Touris hat das jedenfalls noch nie geschadet.)

Heute löffle ich meine frühstückliche Nudelsuppe mit Blick aufs Meer – es ist bewölkt, zum Glück, Temperatur um die 25 Grad. Die Leute bereiten sich auf den Tag vor – und den Ansturm der Touristen, der ausbleiben wird, das Meer ist noch zu rauh. Und hey, wie viele müssten kommen, damit tatsächlich all die Strandliegen zum Einsatz kämen?? Ein Lokal neben dem anderen, absolut identisch bis hin zum Menu und den Preisen, nur die Namen unterscheiden sich. Da brauch ich kein Unternehmensberater zu sein, um zu wissen, dass das so nicht funktionieren kann. (andererseits – was weiß ich schon?)

Apropos Akustik: Ich werde von allen Seiten beschallt – höre das Meer, vietnamesische Musik und eine Stichsäge (vermute ich) gleichzeitig. Jedes mit einer eigenen Berechtigung. Unterm Strich gar nicht mal unharmonisch.

So, die Suppe war gut. Die gestern mit Fisch in der Einheimerstraße war aber noch besser. Kenne erst zwei der vier empfohlenen vegetarischen Lokale – aber inzwischen traue ich mich, mit dem Moped umzudrehen, wenn ich mich mal verfahren hab oder falsch abgebogen bin, statt vor lauter Unsicherheit  einfach weiterzufahren im Wissen, dass irgendein Lokal schon kommen wird. Mit anderen Worten: Die beiden anderen werde ich auch noch testen 😉