Freut euch nicht zu früh!

Freut euch nicht zu früh!

Geht mir nur weg mit der rosaroten Brille! Mit diesem unerträglichen positiven Denken, mit den „Man kann in allem ein Geschenk sehen“-säuselnden Trägern der rosaroten Brille. Kann man – muss man aber nicht, sage ich! Mit dem „Resonanz-Gesetz“, wie sie es vollmundig nennen, wollen einem die Räucherstäbchenwedler doch nur die ganze Freude am Elend verderben: „Es sind deine eigenen Gedanken, die dir in deiner Welt gespiegelt werden“, raunen sie heiser wie eine kettenkiffende Kassandra.

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Nur zehn Minuten täglich für die Gesundheit!

Nur zehn Minuten täglich für die Gesundheit!

das ist eine Überschrift, die einfach unwiderstehlich auf mich wirkt. Zehn Minuten, das ist nicht viel, wenn man bedenkt, welch enormen Nutzen man daraus zieht! Ich beginne den Tag also mit einer Meditation, exakt zehn Minuten lang, gefolgt von viermaligem Yoga-Sonnengruß (à 2,5 Minuten pro Runde) und einer zehnminütigen Hüpfeinheit auf dem Zimmertrampolin. Dann zehn Minuten Ratlosigkeit, was ich auf nüchternen Magen zu mir nehmen sollte.

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Generation easyJet

Generation easyJet

Sie schreddert den alten Traum vom Fliegen, als wär er eine Ente in der Turbine eines Airbus. Sie enttarnt die Grösse Europas – zumindest die geographische – als Illusion. Sie stürmt die elitäre Exklusivität von Flugreisen wie einst das Volk die Bastille, manifestiert Gleichheit, wenngleich keine Beinfreiheit, und zahlt Aufpreis fürs Gepäck. Generation EasyJet erobert den internationalen Flugraum mit Stullen von daheim. Wo fängt die Ferne an, wenn der Flughafen zum Busbahnhof wird?

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Rutsch rüber, Kleines!

Rutsch rüber, Kleines!

Mein inneres Kind, dieses Balg, kreischt mir ins Ohr, weil ich drinnen arbeite, während draußen die Sonne lockt. Es quengelt mir vor, dass „später“ ein absolut akzeptabler Zeitpunkt für die Arbeit sei und eh nichts wichtiger als seine Launen. Es läuft zu Höchstformen auf, wenn ich im Supermarkt an einer Kasse ohne Süßkram anstehe. Das Balg reagiert nur auf Lust und Angst, will sofort haben (Schokolade. Aufmerksamkeit. Unterhaltung.) oder sich verstecken (vor allem und der Welt). Mein äußerer Erwachsener sucht frustriert nach pädagogisch wertvollen Methoden zur Konsenzfindung. In solchen Momenten haben beide nicht viel Spaß.

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You take my Self Control

You take my Self Control

Jeder, der die Tage vor einem Monitor verlümmelt, kennt das Problem: eine Arbeit will erledigt werden, das Finanzamt / die Chefredaktion / die Fan-Gemeinde auf Facebook will etwas geliefert bekommen. Und man saugt sich auf anderen Seiten fest, die sich wie von Geisterhand materialisieren, während man doch im Grunde wirklich lieber wahllose Bewirtungsbelege in das Steuerprogramm eintippseln möchte. (mehr …)

Neulich im Beichtstuhl

Neulich im Beichtstuhl

Vergebe mir, Vater, denn ich habe gesündigt. Meine letzte Beichte…“

Ein gequältes Stöhnen jenseits der Abtrennung.

Vater? Ist alles in Ordnung?“

Jaja, alles in Ordnung, tiptop, meine Tochter. Fahre fort.“

Äh… vergebe mir, Vater, denn ich habe…“

Gesündigt, jaja. Was man halt so sündigen nennt. Ich kann’s schon nicht mehr hören!“

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